Linux – Freiheit, die ich meine

windfangFreiheit ist ein kostbarer Begriff. Wesentlich für mich ist die Frage: „Freiheit wofür?“ Üblich ist eine Begriffsbestimmung, die mit Abgrenzung arbeitet: Freiheit wovon? Aber das ist bereits eine wesentliche Einschränkung der Freiheit. Nicht das, was ich loswerden will, sondern das, zu dessen Realisierung ich Freiheit brauche, ist der entscheidende Punkt. Und mit Unbeschränktheit hat Freiheit gar nichts zu tun.

Im Alltag eines Wissensarbeiters hat das eigene Verständnis von Freiheit sehr konkrete Auswirkungen. Mit welchen Hilfsmitteln ich mich umgebe, bestimmt mit über den Grad meiner Freiheit. Die Wahl des Betriebssystems als Basis aller Anwendungen, mit denen ich wesentliche Aufgaben meiner Arbeit bewältige, ist von daher sehr wichtig. Überhaupt eine Wahl zu erkennen, gehört zu den ersten Schritten wiedergewonnener Freiheit, die sich nicht mit dem begnügt, was einem (z.B. beim Neukauf eines Computers) „vorgesetzt“ wird.

Die Glosse „Vista-Wahnsinn“ in der FAZ beschreibt den sehr realen Ärger eines Redakteurs mit der Unfreiheit dieses Betriebssystems. Seiner Erfahrung nach ist es langsamer und verbraucht mehr Speicher als sein Vorgänger XP. Es schränke den administrativen Zugriff auf den eigenen Rechner ein und die „ständige Gängelung und Bevormundung“ sei „ein Armutszeugnis seiner Ingenieure“. Alte Programme liefen nicht mehr und die Updates würden viel Geld kosten. Unverständlich ist für mich die Konsequenz des Technikredakteurs: „Zurück zu XP“. Da hat jemand nicht über den Tellerrand geschaut und meint, er müßte sich diesem Regime (in Gestalt seiner Vorgängerversion) weiterhin unterwerfen.

Deshalb unterstütze ich Wissensarbeiter auch nur, wenn sie sich auf die befreiende Wirkung von Linux einlassen.